H.M.Syré

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wie kommt man zu dem, was man JETZT ist
Eine kl. Entwicklungsgeschichte

Meine und jetzt muss ich im Plural sprechen, nämlich „WIR“ mein Frau und ich, sind nämlich ein optimal auf einander eingespieltes Team, das sich zwar nicht gesucht, aber gefunden hat.
Seit 40 Jahren haben wir unser Leben, unsere Talente und unser Arbeiten zusammengefügt zu einem beachtenswerten Ergebnis, an dem wir uns jeden Tag erneut erfreuen können.
Wir sind beide Designer für die keramische und Glasindustrie, ich als Bildhauer (Formgestalter)
und meine Frau als Malerin (Dekor) und dabei haben wir uns kennen und schätzen gelernt,
Beide hatten wir eine fachliche Ausbildung für Keramik absolviert und in der Industrie schon Karriere gemacht.
Wir fassten dann den Plan, zusammen eine Ateliergemeinschaft zu gründen, was den Anfang einer Bilderbuch Entwicklung einleitete. Unbewusst leitete das einen ganz neuen Lebensabschnitt für uns beide ein, was uns dazu ermutigte, aus gesicherten Positionen, neue Risiken einzugehen, was damit begann, in einem kleine Eifeldorf einen alten , total verfallenen Fachwerk-Bauernhof zu kaufen und zu einem Wohn-Atelier auszubauen. ( was uns einen solchen Spaß bereitete, dass wir nacheinander noch 3 (drei) solcher Anwesen kauften und für unser Ausstellungs Objekte, zweckentfremdeten)
Nachdem wir einen gebrauchten Keramik-Brennofen und die weiteren Utensilien die man noch brauchte, erworben hatten, konnten wir kurzfristig loslegen, nur mit WAS???
Der Zufall (der ja keiner ist, weil wir ja immer auf der Suche sind dem ETWAS sind) brachte uns zwangsläufig mit vielen Baustoff und Fliesen-Händlern zusammen und damit waren wir mit einem Schlag unserer Sorge: WAS machen wir, los.
Es waren die Scheußlichkeiten, die uns als Fließen angeboten wurden,die uns in eine wunderbare, neue Welt einführten: dass, haben wir uns gesagt, ist eine super Aufgabe, wir machen selber welche.
Als wir dann wunderschöne Wände mit keramischer Malerei vorzeigen konnten und ich mich auch noch als Formgestalter der Kacheln, für Kachelöfen, wo das Angebot noch mieser war, angenommen hatte, war unsere Zukunft gesichert.
Ich hatte neben meinen normalen Aufgaben in der Industrie, schon immer Skulpturen in Keramik
gemacht, sozusagen als Ausgleich, für das Entwerfen von Massenartikeln, wobei der KUNDE ja die geschmackliche Vorgabe gab, das ergab nicht allzu viel Spielraum und ich hatte nur die eine Möglichkeit (da ich inzwischen einen Namen hatte, öfter die Firmen zu wechseln, die dann wieder andere Möglichkeiten bot, vor allem auch eine andere Klientel, aber irgendwann blieb mir nur noch das Ausland und das wollte ich noch nicht, da wurde mir von einer kleinen Firma ein Angebot gemacht, was ich mit der Option, neben her für mich arbeiten zu dürfen, auch angenommen habe.
Damit war der Anfang der Freiheit gegeben. Auch als wir selbständig wurden, habe ich sie noch lange betreut.
Für die Skulpturen hatte ich mir das Thema gewählt:
DIE ZWISCHENMENSCHLICHEN BEZIEHUNGEN (für mich, eines der wichtigsten Themen).
Die Skulpturen sind streng ohne Schnörkel, mit einem Minimum an Aufwand, und einem Maximum an Ausdruck war meine Maxime, daneben habe ich aber auch noch in freier (Form)-Gestaltung geschwelgt.
Die Keramik Skulpturen habe ich nie verkauft und als ich sie dann in Bronze habe abgießen lassen, konnte ich die Originale behalten und wenn jemand eine kaufen will, lasse ich sie nach- gießen,denn Bronzen können nie Originale sein (was die meisten nicht wissen).
Meine besonderen Lieblinge sind die MUTANTEN. Angeregt von der Beschreibung eines möglichen Kometeneinschlags auf unseren geliebten Planeten und die zu erwartenden Folgen.
Sie sind einfach aus dem Bauch heraus entstanden, aus Schrott, Keramik und dem Brennofen. Es war wie eine Orgie in Formen zu schwelgen.